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Die „Evangelische Frauenhilfe“ (3 / 3)

Im dritten und letzten Teil über die Geschichte der „Evangelischen Frauenhilfe“ erzählt die unbekannte Verfasserin von den Beziehungen zu einer Patengemeinde in der DDR:

„Mit der Patengemeinde Gartz in Pommern [Brandenburg, zu jener Zeit DDR] haben wir guten Kontakt. Seit 24 Jahren [1957] gehen neben Paketen und Päckchen herzliche Briefe hin und her. Besonders zu Weihnachten werden schöne und nützliche Sachen geschickt, die von verschiedenen Frauenhilfsschwestern mit Liebe gepackt werden und dort große Freude bereiten. Das zeigen uns dann die lieben und dankbaren Briefe von allen.

Dadurch, dass Herr Dr. Frankowski verschiedene Male unter schwierigen Verhältnissen in Gartz war, sind wir über das Leben und die Nöte dort gut unterrichtet. Vieles konnte doch gesagt werden, was man nicht schreiben kann und darf. Wir danken ihm dafür sehr, sehr herzlich für die große Mühe. Unserer Patengemeinde wird diese Verbundenheit besonders gut getan haben.

Nun möchte ich mal erzählen wie die Verbindung mit unserer Patengemeinde hergestellt wurde: Im Sommer 1954 war Herr Pastor Kirste aus Gartz vom Kirchenvorstand Reinbek zu einem Besuch nach hier eingeladen. Damals war es noch nicht so schwierig mit dem Reisen und er konnte uns besuchen. Wir lernten ihn an einem Sonntagabend kennen, denn Herr Pastor Hartung hatte schnell zu einer Kirchenvorstandssitzung eingeladen. Herr Pastor Kirste erzählte von seiner Gemeinde und den Verhältnissen dort. Wir baten ihn um verschiedene Adressen von besonders bedürftigen und alten Gemeindegliedern.

Am 15.6.1974 hatte Herr Dr. Frankowski ein großes Treffen in Ost-Berlin organisiert. Nach einer Fahrt durch die Zone und West-Berlin trafen wir uns im Osten mit unserer Patengemeinde. Es war eine sehr herzliche Begrüßung mit Damen und Herren der dortigen und unsere Gemeinde. Wir waren uns gar nicht fremd und gleich wie eine große Familie. Eine schöne Fahrt machten wir etwa 3 Stunden auf der Spree. Es war ein herrliches Beisammensein. Die beiden Herren Pastoren und beide Kirchenvorstände konnten nun zwanglos besprechen, was man nicht schreiben kann und darf. Auch die Rückfahrt durch die üppigen Kornfelder bei strahlendem Sonnenschein war herrlich. Leider ist man durch die Grenzen und den Anblick der Mauer immer etwas bedrückt und es sieht nicht danach aus als ob das noch mal besser würde.“