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Büchsenschinken

Büchsenschinken geht zurück auf eine Gaststätte, die auf dem Weg nach Hamburg ein beliebter Stop war. Eckart Bünning weiß mehr:

Johann Daniel Witten erhielt 1825 vom Amt Reinbek die Erlaubnis, bei Ohe an der Möllner Landstraße eine Kate aus Fachwerk zu errichten. Es war zunächst wohl nur eine Bauernstelle. Später erhielt Witten die Kruggerechtigkeit. Damit durfte er auch Branntwein ausschenken.

Der Krug entwickelte sich zu einer beliebten Raststation, bei der die Fuhrleute auf ihren Wegen nach oder von Hamburg gerne halt machten. Zur Versorgung der immer größer werdenden Stadt Hamburg reichte das nähere Umland längst nicht mehr aus. Viele landwirtschaftliche Erzeugnisse mussten aus Mecklenburg bezogen werden. Die Straße ist in manchen Karten auch als Mecklenburger Landstraße bezeichnet worden. Zunächst war sie nur ein sandiger unbefestigter Fahrweg. Wenn Fuhrwerke aus eigener Kraft die schlechten Wegstrecken nicht passieren konnten, spannte Witten seine Pferde vor und verdiente sich ein gutes Zubrot.

"Gaststätte 'Zum Büchsenschinken'. Otto Witten. Ruf Aumühle 196". Foto: Stadtarchiv Reinbek.

Das ursprüngliche strohgedeckte Fachwerkhaus wurde durch einen Neubau ersetzt. Die Gaststätte Büchsenschinken war bis in unsere Tage bekannt und wurde viel besucht. Inzwischen ist auch sie abgebrochen.

Der Ortsteil Büchsenschinken entstand später. Zunächst wurde der Bauernhof mit dem Krug erbaut. In der Erbfolge erhielten Söhne Land für eigene Stellen. So blieb es zunächst bei einer kleinen Ansiedlung der Familie Witten. Erst nach 1945 entstanden entlang der Möllner Landstraße weitere Häuser.

Büchsenschinken in neuerer Zeit - noch mit Gasthof.

Im Nordosten schließt sich an die Büchsenschinkener Feldmark der Forst Hahnenkoppel an. Erhebliche Teile der landwirtschaftlichen Flächen gingen 1938 durch den Bau der Autobahntrasse nach Berlin, der heutigen A 24, verloren. Der Verkehrsweg nach Kronshorst führte nun über eine Brücke und der zur Hahnenkoppel durch einen Tunnel.

Seinen Namen hat die Hahnenkoppel nach dem dort um 1700 zuständigen Forstbeamten Joachim Hahn. Die im Süden des Forstes angrenzenden Bittersloher Koppeln weisen auf das untergegangene Dorf Bitterslohe hin.