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Neuschönningstedt

Zweifelsohne ist die Ansiedlung die jüngste Ortsbildung in unserem Heimatgebiet, doch es siedelten hier schon Menschen zur Eisenzeit. Im 19. Jahrhundert prägte dann der Haidkrug die Landschaft, die später einmal Neuschönningstedt werden sollte:

Den Namen Neuschönningstedt finden wir zum ersten Mal im Jahre 1912, als die Norddeutsche Terrain-Gesellschaft vom Landrat in Wandsbek die Genehmigung erhielt, an der Nordseite der Möllner Landstraße 16 Häuser zu bauen. Eine intensive Bebauung erfolgte jedoch erst in den 1950er Jahren.

Eine Anzahl von Grabhügeln, insbesondere konzentriert im Winkel der Nordseite Möllner Landstraße und Ostseite Stemwarder Straße, weisen aber auch schon auf eine Bewohnung in der Jungsteinzeit und Bronzezeit hin. Eine wissenschaftliche Untersuchung dieser Grabhügel ist bisher nicht erfolgt, sodass die Datierung der Grabhügel nur weitläufig erfolgen kann. Bei Kiesausbeutungsarbeiten südlich der Emil-Nolde-Straße fand der ortsansässige F. W. Hasenclever im Jahre 1969 mehrere Feuerstellen mit Steinpackungen bis zu einem Meter Tiefe. Es handelt sich dabei um eine vorrömische Eisenzeit-Siedlung der Jastorf-Stufe.

Abgesehen von der Bewohnung in prähistorischer Zeit, muss als eigentliche Urzelle Neuschönningstedts der im Winkel Möllner Landstraße (früher auch Mecklenburger Straße genannt) und der Landstraße nach Ahrensburg liegende Haidkrug bezeichnet werden. Am Kreuz der beiden Hauptstraßen war der Standort überaus günstig gewählt. Im Umkreis von zwei Kilometern war kein anderes Gehöft. Das ganze Gebiet war Heide- und Buschland, aus welchem dem Anbauer Nicolaus Seemann einzelne Felder zum Urbarmachen zugeteilt wurden. Am 26. Mai 1807 erhielt Seemann von der Landesregierung die Konzession zur Krügerei für sein, wie es heißt, zwischen Glinde und Witzhave im Amte Reinbek gelegenes Haus.

Eggert Nicolaus Seemann war stets bemüht, seinen Besitz zu vergrößern. Eine Anzahl von vorliegenden Schreiben beweisen dieses: Laut Kontrakt-Protokoll vom 9. Dezember 1810 kaufte er vom Besitzer des Karolinenhofes, Johann Trittau, ein an der Oher Scheide gelegenes 3 Tonnen (1 Tonne = ca, 5.000m²) großes Heidelandstück, am 23. Oktober 1821 wird von ihm die Bitte ausgesprochen, 2 Tonnen Landes von der Oher Gemeinheit am Weg zur Hahnenkoppel, südlich der Landstraße, zu erwerben. Im Schreiben vom 28. Juni 1814 heißt es, „er zeugt Begierde an, noch einiges Heideland zu besitzen“. In einer Stellungnahme zu diesem Antrag bezeugen die Beamten, dass Seemann ein fleißiger Ansiedler sei, dessen Betriebsamkeit Aufmunterung verdiene. Da auch die Schönningstedter Dorfschaft nichts einzuwenden hatte, bekam Seemann am 4. November 1815 einen in der Nähe seines Hauses gelegenen Heideplatz vermessen. Seemann schaffte sich einen stattlichen Besitz durch Kultivierung von Heideflächen. Am 21. Oktober 1820 verpachtete er seinen Besitz an den Schönningstedter Wilhelm Schmidt auf 10 Jahre. Nach Ablauf der Pachtzeit entschloss Seemann sich, seine Anbauerstelle zu verkaufen. Mit Vertrag vom 15. November 1831 wurde Friedrich Christian Staak aus Kasseburg neuer Besitzer. Als es im Jahre 1853 zur Versteigerung des Haidkrug-Anwesens kommt, umfasst die Bauernstelle mit der Gastwirtschaft 5 Gebäude und 92 ½ Tonnen Land.